Warum Spritzgussoberflächen Glanzunterschiede aufweisen
Warum gibt es Glanzunterschiede auf der Spritzgussoberfläche? Unterschiedliche Glanzgrade an verschiedenen Stellen des Kunststoffformteils, obwohl die Hohlräume eine gleichmäßige Struktur aufweisen.
Die Oberfläche des Kunststoffformteils weist an verschiedenen Stellen einen unterschiedlichen Glanz auf, obwohl die Kavität gleichmäßig strukturiert ist, oder der Glanz ist insgesamt zu hoch oder nicht hoch genug. Generell hängt die Glanztiefe davon ab, wie gut die Oberfläche der Kavität reproduziert wird. Bei strukturierten Formoberflächen resultiert eine gute Replikation meist in einem Teil mit geringerem Glanz, da die Lichtstrahlen von den vielen rauen, verwinkelten Flächen diffus, also in alle Richtungen, reflektiert werden. Bei polierten Formoberflächen hingegen resultiert ein guter Eindruck meist in höherem Glanz. Wesentliche Parameter sind jene Stellgrößen, die die Bildung der erstarrten äußeren bzw. peripheren Kunststoffschicht und deren Anpressen an die Formwand beeinflussen (Formtemperatur, Schmelzetemperatur, Einspritzgeschwindigkeit und Nachdruck). Darüber hinaus sollte die Polymerschmelze möglichst gleichmäßig sein.


Lösungsvorschläge
1. Erhöhen Sie die Temperatur der Formoberfläche, jedoch nicht über das empfohlene Maximum hinaus.
2. Erhöhen Sie die Temperatur der Polymerschmelze, jedoch nicht über das empfohlene Maximum hinaus.
3. Erhöhen Sie den Anpressdruck.
4. Prüfen der Nachhaltezeit. Der Nachhaltedruck sollte so lange angehalten werden, bis der Anguss erstarrt. Die notwendige Nachhaltezeit kann z. B. durch Wiegen des Teils ermittelt werden (schrittweise Erhöhung der Nachhaltezeit, bis keine Gewichtszunahme mehr erfolgt).
5. Umschaltpunkt auf Nachdruck optimieren: Umschalten auf Nachdruck kurz vor Beendigung der Befüllung (ca. 98 % gefüllt).
6. Optimieren Sie die Einspritzrate.
7. Verbessern Sie die Homogenität der Kunststoffschmelze durch Erhöhung des Gegendrucks und/oder der Schneckendrehzahl.


